Türkisches Arbeitsrecht ist formal und prozessual anspruchsvoll. Fehler bei Vertrag, Dokumentation oder Kündigung können zu Lohn-, Abfindungs-, Wiedereinstellungs- und Schadensersatzansprüchen führen. Für internationale Arbeitgeber kommen zusätzlich Konzernstrukturen, Entsendung und grenzüberschreitende Kommunikation hinzu.

Unser Fokus: Wir helfen Arbeitgebern, Entscheidungen vor ihrer Umsetzung rechtlich zu prüfen, sauber zu dokumentieren und im Streitfall nachvollziehbar zu verteidigen.

Arbeitsrechtliche Beratung für Unternehmen

Wir beraten türkische Gesellschaften mit ausländischen Gesellschaftern, deutsche Unternehmen mit Personal in der Türkei sowie Führungskräfte bei individuellen Vertrags- und Beendigungsfragen. Dabei berücksichtigen wir nicht nur den Vertrag, sondern auch tatsächliche Tätigkeit, Weisungsstruktur, Arbeitsort, Vergütung und betriebliche Praxis.

Unsere Leistungen

  • Gestaltung und Prüfung von Arbeitsverträgen
  • Befristung, Probezeit, Bonus, Provision und Nebenleistungen
  • Arbeitszeit, Urlaub, Remote Work und Homeoffice
  • Geheimhaltung, Wettbewerbsverbot und Schutz von Unternehmensdaten
  • Abmahnung, Leistungs- und Verhaltensdokumentation
  • Kündigung, Aufhebungsvertrag und Abfindungsverhandlung
  • Arbeitnehmerübernahme bei Umstrukturierungen und Transaktionen
  • Vertretung in arbeitsrechtlichen Schlichtungs- und Gerichtsverfahren
  • Koordination mit Lohnbuchhaltung und Sozialversicherungsexperten

Arbeitsvertrag und tatsächliche Beschäftigung

Ein schriftlicher Vertrag ist wichtig, bildet aber nicht immer die tatsächliche Beziehung ab. Gerichte berücksichtigen auch gelebte Arbeitszeit, Weisungen, Zahlungen, Aufgaben und organisatorische Einbindung. Deshalb sollten Vertragsmuster nicht isoliert verwendet werden. Sie müssen zur Position, Vergütungsstruktur und betrieblichen Praxis passen.

Bei Führungskräften und leitenden Mitarbeitern sind Vertretungsbefugnis, Bonusziele, Wettbewerbsverbote und Haftungsfragen besonders sorgfältig zu gestalten.

Kündigung richtig vorbereiten

Vor einer Kündigung sind Kündigungsart, Grund, Betriebsgröße, Beschäftigungsdauer, besondere Schutzvorschriften und formale Anforderungen zu prüfen. Die Entscheidung sollte nicht nur rechtlich begründbar, sondern auch dokumentiert sein. Nachträglich erstellte Begründungen sind im Streitfall häufig weniger überzeugend.

Je nach Fall kann ein Aufhebungsvertrag wirtschaftlich sinnvoller sein. Auch hier müssen Freiwilligkeit, Zahlungsstruktur, Freistellung, Rückgabe von Unterlagen und gegenseitige Ansprüche klar geregelt werden.

Abfindung und sonstige Ansprüche

Bei Beendigung können unterschiedliche Ansprüche zusammentreffen, etwa Vergütung, Urlaub, Abfindung, Kündigungsentschädigung, Bonus oder Überstunden. Welche Positionen bestehen, hängt von Beschäftigungsdauer, Kündigungsgrund, Vertrag und tatsächlicher Arbeit ab. Pauschale Online-Berechnungen ersetzen keine Prüfung.

Arbeitsrechtlicher Streit

In vielen arbeitsrechtlichen Streitigkeiten ist vor einer Klage ein obligatorischer Schlichtungs- oder Mediationsschritt zu beachten. Fristen können kurz sein. Unternehmen sollten daher unmittelbar nach Zugang eines Anspruchsschreibens oder einer Ladung prüfen lassen, welche Unterlagen und Zeugen benötigt werden.

Unser Vorgehen

  1. Sachverhalt erfassen: Vertrag, Tätigkeit, Vergütung, Betriebsstruktur und Konfliktverlauf.
  2. Risiko bewerten: Ansprüche, Beweise, Fristen und mögliche Vergleichsbandbreite.
  3. Entscheidung vorbereiten: Schreiben, Beschlüsse und interne Dokumentation.
  4. Verhandlung führen: Aufhebungs- oder Vergleichslösung, soweit wirtschaftlich sinnvoll.
  5. Verfahren vertreten: Mediation, Klage, Beweisaufnahme und Rechtsmittel.

Häufige Fragen

Kann deutsches Arbeitsrecht für einen Arbeitsplatz in der Türkei vereinbart werden?

Bei grenzüberschreitenden Arbeitsverhältnissen können Rechtswahlfragen relevant sein. Zwingende Schutzvorschriften am gewöhnlichen Arbeitsort lassen sich jedoch nicht beliebig ausschließen.

Ist eine Kündigung per E-Mail wirksam?

Form und Zugang müssen im konkreten Fall geprüft werden. Bei wichtigen Entscheidungen sollte eine nachweisbare und gesetzeskonforme Zustellung vorbereitet werden.

Wie wird eine Abfindung berechnet?

Die Berechnung hängt von Beendigungsgrund, Dauer, anrechenbarer Vergütung und gesetzlichen Grenzen ab. Eine aktuelle Einzelfallberechnung ist erforderlich.

Vertreten Sie auch Arbeitnehmer?

Wir beraten auch Führungskräfte und Arbeitnehmer in ausgewählten grenzüberschreitenden Fällen, sofern kein Interessenkonflikt besteht.

Hinweis: Türkisches Arbeitsrecht enthält formale Anforderungen und kurze Fristen. Vor einer Kündigung oder Reaktion auf eine Klage sollte der konkrete Fall geprüft werden.

Arbeitsrechtliche Entscheidung vor Umsetzung prüfen

Für eine erste Einordnung sind Arbeitsvertrag, Beschäftigungsdauer, Position, Vergütungsstruktur und der bisherige Konfliktverlauf entscheidend. Wir zeigen anschließend die rechtlichen und wirtschaftlichen Handlungsoptionen.

Ibrahim Halil Koyuncu, LL.M.
Fachlicher AnsprechpartnerIbrahim Halil Koyuncu, LL.M.

Rechtsanwalt bei Falke law.tax in Istanbul. Redaktioneller Stand: 20. Juli 2026. Die rechtliche Einordnung ist im konkreten Mandat anhand der aktuellen Unterlagen zu prüfen.

Offizielle Informationsstellen: Türkische Gesetzesdatenbank · Türkisches Arbeitsministerium. Maßgeblich sind stets die aktuelle Rechtslage und die zuständige Behörde im Einzelfall.